A SABLE OPIATE – Interview (max)

Sable-Interview

Mit den Jungs von A Sable Opiate bin ich jetzt schon länger befreundet und gerade die musikalische Entwicklung meines Lieblings-Gitarreros Mirco habe ich immer irgendwie begleitet. Eigentlich ab dem Zeitpunkt, als während meines Praktikums in einem Musikladen seine Klampfe in der Werkstatt stand. Da wir allerdings aufgrund meiner fehlenden musikalischen Fähigkeiten nie zusammen spielen werden, bin ich jetzt umso begeisterter, dass wir nun trotzdem einmal eine Zusammenarbeit auf die Beine stellen konnten. Gemeinsam mit Felix (Gesang), Erik (Gitarre), Jörg (Bass) und Christoph (Schlagzeug) suchte Mirco (Gitarre) jemanden für die Covergestaltung ihrer ersten EP A Passage to the Yews. Ich habe mich dann natürlich nicht lange bitten lassen und wer sich schon einmal vom Gesamtpaket überzeugen möchte, der schaut direkt auf der Bandcamp-Seite der Band vorbei.

Um jetzt auch neben der Musik einen Eindruck der Band zu vermitteln, habe ich mich mit Frontmann Felix im Proberaum zusammengesetzt und ein kleines Interview geführt. Viel Spaß also damit und beim Lesen am besten direkt die EP laufen lassen:

A Passage to the Yews ist nun seit ein paar Tagen draußen. Wie ist der Zuspruch bis jetzt? Gab es schon ausreichend Feedback?

Wir sind sehr zufrieden damit, wie die EP aufgenommen worden ist. Wir haben überwältigende Reviews bekommen von mehreren Webzines. Großes Lob gab es da für die Qualität der Scheibe und vor allem haben wir gemerkt, dass sich die Reichweite bei z.B. Facebook erhöht hat und wir mit einem Mal Likes aus anderen Ländern bekommen haben. Was uns dazu total überrascht hat, ist, dass unsere EP bei YouTube in unterschiedlichen Channels neu hochgeladen wurde und auch auf Sharing-Portalen aufgetaucht ist.

Sharing und Raubkopien sind ja so ein Thema im Musikbereich. Ihr seht das also ganz klar positiv und als kostenlose Werbung, um euch einen Namen zu machen?

Im ersten Moment ist das natürlich merkwürdig zu sehen, dass sich so etwas so schnell verbreitet. Da wir die EP aber eh kostenlos bei Bandcamp anbieten und jeder sie dort runterladen kann, wenn sie ihm gefällt, bedeutet das für uns nur, dass so eine hohe Reichweite `ne tolle Werbung ist, die wir auch gerne annehmen.

Sable-InterviewII

Eine Frage, die ich selbst oft gestellt bekomme, wenn ich die Platte herumzeige oder Werbung mache, bezieht sich auf euren Bandnamen. Vor allem das Wort Sable ist den wenigsten bekannt. Was hat es damit auf sich und was bedeutet dann A Sable Opiate für euch?

Der Name der Band ist ursprünglich entstanden, da wir ein Lied mit diesem Titel geschrieben hatten. Kurze Zeit später hat sich dann aber herausgestellt, dass das Konzept des Namens perfekt zu der Atmosphäre passt und zu dem, was die Band eigentlich verkörpert und ausmachen möchte. Einerseits Sable, was ein altes Wort für besonderes Schwarz ist, abgeleitet vom Fell des Zobels und andererseits Opiate, was sich darauf bezieht, dass wir atmosphärische Musik machen wollen, melodische Musik. Das Ganze mit einer Verbindung zum Black Metal und der Aggressivität, die Black Metal ausmacht. Deswegen wurde das Lied daraufhin umbenannt und die Band bekam diesen Namen.

Es wäre dann natürlich interessant, diesen namensgebenden Track einmal zu hören. Hat der es auf A Passage to the Yews geschafft?

Nein. Das war das erste richtige Lied, das geschrieben worden ist, bevor wir in der aktuellen Besetzung unterwegs waren und seitdem hat sich alles weiterentwickelt, auch unser Material. Alte Songstrukturen haben sich aufgelöst und die EP steht jetzt einfach für eine Phase, in der wir uns als Band gefunden haben und sie bildet am besten die Einflüsse ab, die jeder Musiker mit einbringt.

Da du ja gerade Licht ins Dunkel gebracht hast, was den Bandnamen angeht, machen wir doch direkt weiter mit dem Titel der Platte. Wohin führt uns A Passage to the Yews?

Übersetzt heißt der Titel Ein Weg zu den Eiben. Eiben sind deswegen gewählt worden, weil wir nach einer Schnittstelle gesucht haben, die einerseits unsere Lyrics, andererseits die Atmosphäre der Songs verbindet, und auch das Artwork mit einbezieht.
Daher passte dieser Baum wunderbar, da er mythologisch gesehen die Verbindung zur Unterwelt ist. Eiben und vor allem die Früchte wurden früher als Gift verwendet, mit dem Pfeilspitzen eingerieben worden sind, mit dem Feinde getötet worden sind, mit dem Selbstmord begangen wurde. Geschichtlich ein Baum, der für viele Menschen mit Tod, Dunkelheit und eben der Verbindung zur Unterwelt einhergeht.

Du schreibst ja alle Lyrics. Wovon lässt du dich dabei inspirieren? Ich muss da an den Abend denken, an dem wir bei mir das Artwork besprochen haben und du an meinen Büchern von H.P. Lovecraft hängen geblieben bist. Für mich funktioniert diese Verbindung ausgezeichnet. Die Atmosphäre, das Kreieren von Welten, das unnennbare Böse. Passt das für dich auch?

Ich finde Lovecraft ist ein absolut genialer Schriftsteller und das Böse ist auf jeden Fall nicht greifbar, das in seiner Welt erschaffen wird. Mit unseren Texten versuche ich auch nie konkret zu sein und immer metaphorisch zu bleiben, die Dinge nicht beim Namen zu nennen, aber gleichzeitig eine bestimmte Atmosphäre aufzubauen. Inspiration kriege ich allerdings nicht nur wenn ich Lovecraft lese, sondern auch durch englische Gedichte und natürlich auch Musik und Texte anderer Bands. Manchmal ist es auch nur eine Kombination von Wörtern, die ich höre und mir merke, die sich dann gut einbinden lassen.

Da du also für die Texte von A Sable Opiate zuständig bist, wie sieht es da mit dem Songwriting allgemein aus? Wer hat da an welchen Stellen bei euch seine Finger im Spiel?

Unser Gitarrist Mirco schreibt die Songstrukturen, die Gitarrenparts und im Proberaum entsteht das ganz organisch, indem wir zusammen jammen. Für die Lyrics brauche ich aber zuhause schon noch ein bisschen mehr Ruhe und die kommen eigentlich ausnahmslos erst später hinzu, sobald die Songs fertig sind. Das wollen wir allerdings ein wenig ändern, da wir jetzt vorhaben das neue Songmaterial unmittelbar zusammen zu schreiben.

Also einfach eine neue Herangehensweise, um auszuprobieren inwieweit sich dadurch vielleicht neue Impulse hervorrufen lassen und es organisch auch so weitergehen kann.

Ganz genau, wir sind jetzt durch den Prozess der Aufnahme von A Passage to the Yews und den unmittelbaren persönlichen Erfolg, der daraus resultiert, auch künstlerisch so beflügelt, dass wir diese Energie jetzt umsetzen und auch neue Wege gehen wollen.

Gibt es denn schon konkretere Zukunftspläne, wohin euch diese Wege führen sollen?

Wir freuen uns jetzt natürlich über die größere Reichweite unserer Musik. Wir wollen jetzt mehr Werbung machen, mehr Auftritte in diesem Jahr spielen. Wir bereiten grad ein neues T-Shirt vor, wir freuen uns über Kooperationen mit anderen Bands und auch darüber, dass wir erste Kontakte mit Promotion-Firmen geknüpft haben. Vor allem freuen wir uns aber auf die Shows, denn wir sind jetzt heiß darauf öfter aufzutreten und die EP rauszutragen und uns zu zeigen.

Klingt fabelhaft und ich freue mich wirklich, Teil dieser ganzen Entwicklung zu sein (An dem Shirt sitze ich übrigens schon). Als letzte Frage dann etwas, das mich an Musikern persönlich immer sehr interessiert: Was hörst du aktuell? Gibt es da eine Band oder ein Album, das dich momentan besonders mitreißt?

Mgła und deren Album Exercises in Futility. Eine polnische Band, deren Name übersetzt Nebel bedeutet. Gut produzierter, aber dennoch rauer, erdiger, schnörkelloser Black Metal, der düster und hart ist, aber nicht aufgesetzt wirkt.

Dann würde ich sagen, enden wir doch mit dieser Empfehlung. Ein dickes Danke an Felix und auch an den Rest der Band. Ich bin ordentlich gespannt darauf, was 2016 auf A Sable Opiate und in dem Zusammenhang vielleicht auch mich zukommen wird.

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