BRIAN FALLON – PAINKILLERS Review (max)

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Letztens im Auto lief ein Song von Bruce Springsteen. Welcher es war, habe ich direkt vergessen. Er lief auf jeden Fall im Radio und das war der erste Moment, in dem ich von selbst die akustische Brücke zwischen ihm und Brian Fallon geschlagen habe. Ich hatte noch nie das Bedürfnis mich mit dem Boss auseinanderzusetzen, konnte mich also immer nur auf Referenzen in Magazinen und Interviews verlassen. Es klang allerdings schon eindeutig danach, dass er für Fallon eine wichtige Inspirationsquelle darstellt…wenn ich das jetzt als 1-Song-Experte sagen kann.

Das sollte jetzt auch nur eine kleine Anekdote zur Einleitung werden, denn hauptsächlich möchte ich was zu Brians neuer Platte Painkillers schreiben. Der Frontmann der kolossalen The Gaslight Anthem, der 2011 mit The Horrible Crowes schon einen Fast-Solo Ausflug hingelegt hat, ist nun mal ganz alleine unterwegs. Unter die Arme gegriffen haben ihm dabei Produzent Butch Walker und einige Gastmusiker, wodurch wir zu meinem ersten und fundamentalsten Kritikpunkt kommen:

Zwischendurch spielt Brian ja gerne mal Akustik Sessions und vor Jahren habe ich in dem Zusammenhang seinen Track The Blues, Mary entdeckt, der bis heute nicht aufgehört hat mich jedes Mal zu packen. Wie spät ich darin erst Amazing Grace entdeckt habe. In diesem kleinen Song steckt so unfassbar viel und für Brians Solo Album hätte ich mir genau diese Art von Musik gewünscht. Schön Lo-Fi, alles etwas knarzig und melancholisch, am besten nur er und `ne Gitarre. Painkillers ist das definitiv nicht geworden. Die Produktion ist ziemlich glatt, die Songs erinnern teilweise an ruhigere Gaslight und anstatt einer kleinen Bühne habe ich beim Hören eher das dicke Studio vor Augen. Der erste Höreindruck war also schon ne kleine Enttäuschung. Das Phänomen bei Brian Fallon allerdings ist, dass sich irgendwann diese typische Stimmung einstellt, dass die Songs auf einmal ganz anders wirken und man sich wieder auf der ganzen Platte heimisch fühlt. Das letzte Mal ist mir das bei Gaslights American Slang passiert und Painkillers macht den gleichen Eindruck. Die Produktion ist mir zwar immer noch zu glattgebügelt, man hört, dass Butch Walker sonst auch Pink oder Avril Lavigne im Studio zu Besuch hat, aber auch das ist der Platte irgendwann verziehen.

Was man neben den Springsteen Vergleichen ebenfalls öfter zu hören und zu lesen bekommt, ist die Tatsache, dass es sich bei Brian Fallon um einen der talentiertesten Songwriter heutzutage handelt und das ist halt auch einfach so. Seine Songs klingen schön altmodisch, aber nie altbacken und gerade live werden Stücke wie Red Lights oder Rosemary absolut großartig funktionieren. Ich hatte vor dem Release der Platte schon eine Karte für das Konzert am 19. in Köln und gestern kam die Nachricht, dass er vorher bei Underdog Records Halt machen wird für eine kleine Akustik Session. Es wird so gut und ich freue mich riesig, dass Painkillers doch noch gezündet hat. Nach etlichen Durchläufen gibt es am Ende tatsächlich nur einen Track, den ich komplett gestrichen hätte. Mojo Hand klingt ganz fürchterlich nach Cowboy-Hut und Grashalm im Mund und ich muss direkt an die South Park Folge denken, in der Stan ein Dance-Battle mit Line-Dance gewinnen möchte. Den Song überspringen und alles ist in Ordnung. Meine Favoriten sind momentan das treibende und eben erwähnte Red Lights, Long Drives mit Frauenstimme im Refrain und das fabelhafte Smoke mit dem typisch schwermütig-schönen Text, den man direkt mitgrölen möchte:

Where they brought hearts and daggers. They wrote songs about you. And they tied you up in the rungs of ladders. And you never ended up coming home. You just became something like some smoke that I tried too hard to hold.

Painkillers ist eine wunderbare kleine Platte, die auf meinen falschen Erwartungen ausgerutscht ist, sich aber gerade mehr als ordentlich aufrappelt. Daher von mir eine nach oben gerichtete

medieneffekt-punkte-sieben

1 Kommentar zu BRIAN FALLON – PAINKILLERS Review (max)

  • Liz  sagt:

    Wunderbar zusammengefasst. <3 Es wird ein Traum am 19.! :) Freu mich sehr!

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