DESTINY 2 Fazit zur Beta (carsten)

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Über 460 Stunden. Knapp 20 volle Tage am Stück. Fast drei Wochen. So lange habe ich damals Destiny gespielt. Ich habe die Kabale auf dem Mars bekämpft, das Geheimnis der Kammer der Vex gelüftet und Crota, den Sohn von Oryx, in den Tiefen des Mondes bezwungen. Jetzt, wo ich diese Zeilen aufschreibe, kann ich selbst kaum glauben, dass ich so verdammt viel Zeit meines Lebens in ein Videospiel gesteckt habe. Aber der Online-Shooter von Halo-Erfinder Bungie hat einfach viel zu viel Spaß gemacht, weswegen ich die großen Kritikpunkte wie geringer Umfang oder eine schlecht erzählte Story gerne ignoriert habe. Jetzt durfte ich mich endlich durch die Beta des Nachfolgers ballern und bin begeistert. Da scheinen nochmal einige Stunden Zockerei auf mich zuzukommen.

In Destiny 2 gehen die Entwickler direkt in die Vollen. Die Kabale greifen die letzte Stadt der Menschen an. Dabei bleibt es aber nicht, sie machen selbst vor dem Reisenden keinen Halt und isolieren ihn von den Hütern, was die Menschheit in ein Zeitalter ohne Licht führen könnte. Wer bisher nur Bahnhof versteht, dem dürfte der Einstieg in die Beta von Destiny 2 vergleichsweise schwer fallen. So viel zur Erklärung: der Reisende ist eine mondgroße Kugel, die in der Zukunft die Menschheit in ein neues Zeitalter der Technologie geführt hat. Außerdem hat sie Auserwählten, den sogenannten Hütern, übermenschliche Kräfte verliehen. Die Kabale sind Außerirdische, die die Menschheit ausrotten wollen und hierfür den Reisenden angreifen. Das alles wird in pompösen Zwischensequenzen präsentiert, außerdem erhaltet Ihr während der Missionen über Funk zusätzliche Infos, um die Geschichte besser zu verstehen. Die Ausgangssituation von Destiny 2 hört sich zwar leicht trashig an, jedoch zeigt sie sich jetzt schon besser und vor allem klarer als beim Vorgänger. Ein fieser Antagonist wird direkt eingeführt, außerdem weiß man sofort, wofür man kämpft. Durch den Angriff auf den Reisenden erklärt Bungie außerdem, warum man seinen Charakter wieder von null auf hochleveln muss. Passt. Ob die Story jedoch auch das gesamte Spiel durch interessant bleibt, dürfte wohl eine der größten Fragen nach der Beta sein. Ich bin vorsichtig optimistisch.

Destiny 2 wird wieder ein Online-Shooter mit Rollenspiel-Elementen, in welchem Ihr in einer offenen Welt verschiedene Missionen mit bis zu zwei Freunden absolvieren könnt, euren Charakter stärkt und Zeug sammelt. Die Story kann man zwar auch alleine zocken, spezielle Missionen wie die Strikes oder Raids müssen aber im Team angegangen werden. Schöne Neuerung: solltet Ihr alleine unterwegs sein, kommt Ihr auch in den Story-Missionen in Gebiete mit anderen Spielern. In der Beta kämpft Ihr Euch zu Beginn durch die letzte Stadt der Menschen, bis ihr auf einen großen Platz kommt, den die Kabale sehr aggressiv attackieren. Plötzlich sprang ein wildfremder Spieler neben mir rum und stellte sich Seite an Seite mit mir dem übermächtigen Feind. Genial, davon bitte im fertigen Spiel mehr. Außerdem wurde die Mission auch sonst enorm gut inszeniert. Überall explodiert etwas, gigantische Raumschiffe erscheinen am Himmel und man hat wirklich das Gefühl, Teil einer großen Schlacht zu sein.

Viel hiervon wusste ich allerdings schon vor der Beta durch Gameplay-Präsentationen oder Trailer, also komme ich einfach zur interessantesten Sache: wie spielt sich Destiny 2? Wie fühlt es sich an? Nun… um es auf den Punkt zu bringen: für mich gibt es keinen Ego-Shooter, der sich so fantastisch lenken lässt wie Destiny 2. Das Zielen ist unfassbar präzise, Kopfschüsse fühlen sich enorm mächtig an, das Trefferfeedback ist perfekt und jede Waffe scheint individuell zu funktionieren. Wenn Ihr den Schwachpunkt eines Kabalen trefft und ihm dann effektvoll der Schädel wegplatzt, kann man einfach nicht genug bekommen. Granaten, Nahkampfangriffe, Waffenwechsel, alles verläuft intuitiv und problemlos. Dazu gibt es für jede Klasse eine neue Super-Fähigkeit. Das sind extrem mächtige Angriffe, die erst ausgeführt werden können, wenn man eine bestimmte Anzahl an Gegnern erledig und sich eine Leiste gefüllt hat. Je nach gewählter Klasse (Titan, Warlock, Jäger) beschwört man dann einen brennenden Revolver, schützt seine Kameraden mit einem Schild oder im Falle meines Warlocks fliege ich durch die Gegend und heize den Fieslingen mit einem großen, flammenden Schwert ein. Gänzlich neu hinzugekommen sind kleinere, passive Fähigkeiten. Ich konnte etwa eine leuchtende Sphäre erzeugen, durch die alle Hüter mehr austeilen durften oder meine Granaten mit extra Energie verstärken. Das alles sind coole Anpassungen, die selbst mich als alten Veteranen überraschen. Das wird so fett, wenn ich in der Vollversion das ganze Potential meines selbstaufgebauten Warlocks entfalte.

Ein Problem der Beta ist natürlich, dass sie nicht den Umfang des gesamten Spiels repräsentiert. Ein großer Teil der Faszination bei Destiny bestand schließlich darin, seinen Hüter über unzählige Stunden mit abgestimmten Waffen und Rüstungen zu perfektionieren und seine Fähigkeiten auszubauen. Dieser Aspekt wird erst im fertigen Spiel zeigen, ob er genauso süchtig machend ist wie beim Vorgänger.

Den Strike der Beta bin ich direkt mit einem guten Freund und Co-Autoren des Medieneffekts, Mirco, angegangen. Die Die verdrehte Säule genannte Mission ist jetzt schon interessanter als die Strikes aus dem Vorgänger. Durch eingestreute Geschicklichkeitspassagen, weite Schlachtfelder und einem Bossgegner mit mehreren verschiedenen Mechaniken, wirkt er eher wie ein kleiner Raid. Dazu ist die Mission schön knackig schwer, vor allem der Endkampf hat uns einiges abverlangt. Der große, maschinenartige Boss kämpft in wechselnder Umgebung und mit immer neuen Angriffsmustern enorm verbissen. Da Mirco und ich am Ende sogar nur zu zweit gekämpft haben, scheiterten wir doch tatsächlich und haben nach einigen Versuchen aufgegeben. Verrückt, aber uns hat einfach die Feuerpower gefehlt, weil unser vom Spiel zugeteilter Mitspieler frühzeitig die Sitzung verlassen hat.

Zur Grafik und zum Sound brauche ich eigentlich nicht viel sagen. Das Spiel sieht umwerfend aus, läuft schon in der Beta durchgehend flüssig und hört sich wunderprächtig an. Ich kann es kaum erwarten, die verschiedenen Klänge der exotischen Waffen zu hören.

Der Umfang der Destiny 2-Beta ist zwar alles andere als riesig und ob die Story über mehrere Stunden begeistern kann steht noch in den Sternen, aber schon jetzt macht der Titel einfach unfassbar viel Spaß. Ich freue mich riesig darauf, zusammen mit Mirco die Vollversion zu suchten, die härtesten Gegner zu legen und die besten Waffen und Rüstungen zu sammeln. Ab dem 06. September brauche ich definitiv Urlaub. So knapp 500 Stunden dürften ausreichen.

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