MAX`TRAILERSHOW #4

medieneffekt-trailershow

In meiner vierten Trailershow gibt es ein ziemlich dickes Paket. Von Zeichentrick-Nerds geht es über Fließband-Horror zum Neon-Laufsteg und dieses Mal hat es auch ein Spiel hinein geschafft.

NERDLAND
Zeichentrickfilm / Regie: Chris Prynoski / Stimmen: Patton Oswalt, Paul Rudd, Mike Judge… / Release: 14. April 2016 (US)

Die Effekte? Wir sagen Euch, was der Effekt ist: Auf solche Filme kommt man irgendwie immer nur durch Zufall. Nerdland sieht nach richtig schön kranker Zeichentrick-Anarchie aus. Die Story ist klar…zwei Loser wollen in Hollywood groß rauskommen, der eine als Schauspieler, der andere als Drehbuchautor. Natürlich gibt es dabei auch zwei Mädels, die beeindruckt werden wollen. Flache Story, schräger Film, bei dem der Stil und die Möglichkeiten des Trickfilms den Reiz ausmachen werden. Dazu Patton Oswalt und Paul Rudd als Stimmen der beiden Hauptfiguren, mit genug Starpotential und Charme, um dem Film eine eigene zusätzliche Note zu verleihen, die dabei aber immer noch ausreichende Indie-Credits besitzen, dass eine Zusammenarbeit mit Mike Judge nicht seltsam wirkt, denn auch der Schöpfer der Kult-Freaks Beavis und Butt-Head ist bei Nerdland als Sprecher dabei. Ich hab` Bock drauf und hoffe, dass der Film es wenigstens schnell ins deutsche Heimkino schaffen wird.


THE BFG – BIG FRIENDLY GIANT
Film / Regie: Steven Spielberg / Darsteller: Ruby Barnhill, Mark Rylance, Jemaine Clement, Rebecca Hall, Bill Hader… / Release: 21. Juli 2016 (DE)

Die Effekte? Wir sagen Euch, was der Effekt ist: Man mag von Steven Spielberg ja halten, was man möchte, aber kein Regisseur steht in seiner Person so stellvertretend für Hollywood und das meine ich ganz und gar nicht negativ. Spielberg steht für mich für das klassische Attraktionskino, das er 1975 mit Der Weiße Hai geprägt hat wie wenige andere. Kino, das einer Achterbahnfahrt ähnelt, durchzogen von magischen Effekten und Welten, die man so vorher nicht betreten konnte. Mal mehr, mal weniger innovativ, aber nie wirklich schlecht hat er es bis heute geschafft, diese ganz eigene Aura beizubehalten, für mich zumindest. Der letzte seiner Filme, der genau diesem Ausstellen einer Vergnügungspark-Attraktion gleichkam und dem Publikum trotzdem ein filmisch ernst zu nehmendes Abenteuer präsentierte, war der großartige Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn. Fantastische Welten möchte er anscheinend auch mit seinem neuen Streifen The BFG – Big Friendly Giant kreieren, der Adaption des Roald Dahl Kinderbuches Sophiechen und der Riese. Auf der einen Seite freue ich mich, dass Spielberg nach Lincoln, Gefährten und Bridge of Spies mal wieder einen Fantasy-Film macht und der Anfang des Trailers sieht auch wunderbar aus, vor allem die Szene mit der Straßenlaterne ist schön magisch, aber dann wird es irgendwie austauschbar und erinnert mich mit diesen verrückten Riesen und Avatar-Baum zu sehr an die Flut aus zweitklassigen Märchen-Adaptionen, die in den letzten Jahren so ins Kino kamen. Mal sehen, was der gute Steven uns da präsentieren wird und ob es nicht vielleicht Zeit wird seinem mexikanischen Equivalent Señor Spielbergo den Platz freizuräumen.


ANGIE TRIBECA
Serie / Entwickler: Steve Carell, Nancy Carell / Darsteller: Rashida Jones, Hayes MacArthur… / Release: 17. Januar 2016 – Laufend

Die Effekte? Wir sagen Euch, was der Effekt ist: Hach Rashida, du “schöner, talentierter, brillanter, mächtiger Moschus-Ochse.” Da hat Leslie Knope in Parks and Recreation anscheinend doch nicht nur ihren Charakter Ann Perkins gemeint. Das erste Mal ist mir Rashida Jones, die Tochter des berühmten Musikers Quincy Jones, in David Finchers Meisterwerk The Social Network aufgefallen. Das war keine große Rolle, aber Eindruck hat sie gemacht, ja und danach…danach habe ich mich in das Städtchen Pawnee, Indiana verliebt, in dem auch Ann Perkins zuhause war. Es ist verrückt wie sehr einem Figuren und auch die dazugehörigen Schauspieler ans Herz wachsen können, aber Parks and Rec ist das beste Beispiel dafür. Das Finale im letzten Jahr war dann auch entsprechend schmerzlich und ich finde es großartig, dass gerade Rashida jetzt mit Angie Tribeca für Nachschub sorgt. Der Humor wird wahrscheinlich nicht so herzlich wie bei Parks and Rec, aber ich liebe diesen Gaga-Humor, dieses völlig beknackte Abdriften, zu dem Rashida auf den ersten Blick eigentlich gar nicht passen mag, die sich dann aber doch voll und ganz dem Unsinn hingibt. Dieses Lachen am Ende! Hach Rashida


LIGHTS OUT
Film / Regie: David F. Sandberg / Darsteller: Maria Bello, Teresa Palmer, Billy Burke… / Release: 04. August 2016 (DE)

Die Effekte? Wir sagen Euch, was der Effekt ist: Ich hab`s geahnt. Der Kurzfilm Lights Out hatte mich vor einigen Jahren wirklich geflashed. Richtig unheimlich und selbst die Schreck-Momente waren nicht plump, sondern wirklich effektiv. Leider war das für mich auch der einzig wirklich gute Kurzfilm des Regisseurs David F. Sandberg. Der Rest wirkt auf mich recht langweilig und vor allem überhaupt nicht gruselig. Als dann irgendwann eine Spielfilm-Version von Lights Out angekündigt wurde, ausgerechnet mit James Wan (Insidious, The Conjuring) als Produzent, war mir bereits klar, was dabei herauskommen würde. Der Trailer beweist nun, dass ich recht hatte. Lights Out wird uninspirierter Fließband-Horror-Schrott, der nach dem immer gleichen Muster ablaufen wird und dessen Jump-Scares einen mit lautem Knallen erschrecken und nicht mit wirklich effizienten Ideen und Momenten. Paranormal Activity, Insidious, Sinister , Lights Out, das ist Hochglanz-Schrott für die Massen, der meilenweit entfernt ist von wirklichem Horror und im Kern so zahm ist wie eine Folge Supernatural.


GEARS OF WAR 4
Videospiel / Entwickler: The Coalition / Stimmen: Laura Bailey, Liam McIntyre, Eugene Byrd… / Release: 11. Oktober 2016

Die Effekte? Wir sagen Euch, was der Effekt ist: Erst letztes Jahr habe ich die Gears of War-Reihe nachgeholt und meine Güte bin ich froh, dass ich das noch gemacht habe. In Sachen Action gibt es einfach nichts besseres zu spielen, denn neben der ausgezeichneten Mechanik glänzen alle Spiele mit einer perfekten Inszenierung. Grafikstil, Soundtrack, die abwechslungsreichen Settings, das alles sucht seinesgleichen, dazu eine großartige Story und Charaktere, die trotz der unglaublich dick aufgetragenen Militär-Darstellung Tiefe besitzen und wirklich ans Herz wachsen. Eine perfekte Trilogie und das kurzweilige Prequel Judgment macht auch trotz seines Rufes unglaublich viel Spaß, vor allem im Koop-Modus mit Freunden im Team. Zur Zeit zocke ich Teil 2 noch einmal mit Jan und danach steht Teil 3 an und zwar mit Carsten, Jan und Mirco. Das wird ein Fest! Das bisher veröffentlichte Gameplay zu Gears of War 4 hatte mir allerdings nicht so gefallen. Klar sieht das spitze aus, aber auf mich macht es eher den Eindruck eines neuen Resident Evil. Mir ist das noch nicht dreckig und hart genug und das Fehlen der Locusts muss auch erstmal wieder gut gemacht werden. Der neue Trailer geht dann auch in diese etwas zu polierte Richtung, vor allem durch die kitschige The Sound of Silence-Coverversion der schrecklichen Band Disturbed. Trotzdem schafft es das kurze Video eine gewisse Atmosphäre aufbauen, gerade wenn es ein Wiedersehen mit Marcus Fenix gibt, mit dem man in der alten Trilogie so einiges durchgestanden hat.


THE NEON DEMON
Film / Regie: Nicolas Winding Refn / Darsteller: Elle Fanning, Christina Hendricks, Keanu Reeves, Abbey Lee… / Release: 08. Juli 2016 (UK)

Die Effekte? Wir sagen Euch, was der Effekt ist: Von Nicolas Winding Refn hatte ich schon vor einigen Jahren gehört. Der Regisseur der gefeierten Pusher-Trilogie. Ich fand den ersten Teil langweilig und habe die Fortsetzungen dann gar nicht erst angefangen. Der Rest interessierte mich jetzt auch nicht besonders, was aus heutiger Sicht vollkommen verrückt ist, wenn man bedenkt, dass Bronson (2008) sein nächster Film war. Mein Vater hatte sich irgendwann Valhalla Rising (2009) gekauft, den er dann direkt wieder loswerden wollte. Schlecht war der nicht, aber auch kein Knaller. Dann kam Drive (2011) und hat alles verändert. Ein Instant-Klassiker, bei dem man während des Films wusste, dass man da gerade etwas Großes vor sich hat. Eine perfekte Verschmelzung von klassischen Hollywood-Motiven mit postmoderner Neon-Ästhetik. Bronson habe ich dann auch schnell nachgeholt und frage mich bis heute, wieso Tom Hardy nicht mit jedem Film-Preis überschüttet wurde, aber über den reden wir ein andermal ausführlich. Auch den Neon-Nachfolger Only God Forgives (2013) habe ich entgegen der allgemeinen Kritik richtig gefeiert. Erst im Kino und jetzt tatsächlich vor ein paar Tagen zum ersten Mal im heimischen Heimkino. Das würde jetzt aber ebenfalls zu weit gehen, wenn ich erklären müsste, warum mich die “fehlende” Story nicht stört, wieso ich mich perfekt von der Bildsprache mitreißen lassen kann, oder wieso Ryan Gosling die einzig richtige Wahl für die Hauptrolle war.
Im Sommer steht jetzt Winding Refns Neon-Hattrick an und die Leuchtfarbe hat es nun sogar in den Titel geschafft. Wieder perfekt durchgestyled geht es dieses Mal auf den Laufsteg und der Trailer erinnert mich etwas an Black Swan unter Models. Wirklich beeindruckt bin ich noch nicht und Elle Fanning finde ich als Schauspielerin auch ziemlich nervig, aber erstmal abwarten, zumindest bis wir Keanu Reeves das erste Mal gesehen haben.

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