MAX`TRAILERSHOW #5 (E3-Edition)

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Wenn auf diversen Kanälen plötzlich haufenweise neue Spiele-Trailer eintrudeln, dann ist wahrscheinlich wieder Electronic Entertainment Expo und auch in diesem Jahr gab es ordentlich was auf die Augen. Diese Ausgabe der Trailershow enthält also alle Spiele der diesjährigen E3, zu denen es meiner Meinung nach großen Redebedarf gibt. Auffällig ist, dass es sich dabei bei allen Games um Fortsetzungen handelt, bzw. um Umsetzungen älterer Stoffe. Old but Gold ist also das Motto dieser E3-Edition und beginnen möchte ich jetzt mit:

CALL OF CTHULHU
RPG-Krimi / Entwickler: Cyanide Studio / Release: TBA (Xbox One, PS4, PC)

Die Effekte? Wir sagen Euch, was der Effekt ist: In seinem Haus in R’lyeh wartet träumend der tote Cthulhu. Ich bin seit Jahren absoluter H.P. Lovecraft Fan. Die Geschichten des Urvaters des Horrors haben es mir einfach angetan. Das Umschreiben des Wahnsinns, das gesichtslose Böse, die großen Alten und nicht zuletzt das Necronomicon, das einfach Teil der populären Horrorkultur geworden ist. Noch warte ich ja auf eine gelungene Filmumsetzung eines seiner Stoffe und die Nachricht, dass Guillermo die Arbeiten an Berge des Wahnsinns auf Eis gelegt hat, war in diesem Zusammenhang nicht die schlechteste.
Im Gegensatz zur Filmbranche gab es im Spielesektor allerdings vor einiger Zeit schon ein großartiges Lovecraft-Highlight. Call of Cthulhu – Dark Corners of the Earth (2005), das ich auf der alten Xbox gezockt habe, ist ein unglaublich atmosphärisches Ego-Horror-Spiel, das leider gegen Ende einen großen und sogar bekannten Bug aufweist, der mich am weiterspielen gehindert hat. Total ärgerlich, allerdings war es bis zu diesem Zeitpunkt eine perfekte Umsetzung des schön unbehaglichen Lovecraft-Gefühls.
Jetzt liegen meine Hoffnungen auf den Cyanide Studios und der erste Trailer sieht bereits absolut stimmig aus. Ich hoffe auf ein rätsellastiges Erkundungs-Gameplay, das eher auf schleichenden Grusel als auf Holzhammer-Horror setzt, denn dann werden sich die Tentakel des großen Alten auch nach meiner Konsole ausstrecken.
IÄ! IÄ! CTHULHU FHTAGN!!!!


INSIDE
Puzzle-Adventure / Entwickler: Playdead / Release: 29. Juni 2016 (Xbox One), 07. Juli 2016 (PC)

Die Effekte? Wir sagen Euch, was der Effekt ist: Eine der besten Neuerungen der Next-Gen-Konsolen Xbox 360 und PS3 war damals die Möglichkeit online zu zocken und Inhalte herunterzuladen. Mir eröffnete sich so mit Xbox-Live die Möglichkeit alte Klassiker in hoher Auflösung zu erleben und neue Spiele-Perlen von der Couch aus zu entdecken.
Eine dieser Perlen war Limbo. Oh ja….Limbo! Ein 2-D Rätsel-Jump ’n’ Run, mit einer unwiderstehlichen, sehr morbiden Ästhetik und Rätseleinlagen, die zwar herausfordern, jedoch nie in unfaire Gefilde abdriften. Jetzt steht das nächste Spiel der Limbo-Schmiede Playdead an und die Parallelen zum indirekten Vorgänger sind unverkennbar. Die Ästhetik ist ähnlich, das Szenario gleichsam unheimlich und ich bin schon durch die ersten Szenen hin und weg. Wie man ein simples 2D-Konzept dermaßen spannend und mit so viel Kreativität inszenieren kann. Inside wird ein Hit, da führt kein Weg dran vorbei.


PREY
First-Person-Shooter / Entwickler: Arkane Studios / Release: 2017 (Xbox One, PS4, PC)

Die Effekte? Wir sagen Euch, was der Effekt ist: Prey war eines der ersten Spiele, die mich damals für die 360 geflashed haben. 2006 bei Carsten gezockt und nicht mehr von diesen verrückten Ideen losgekommen, die schon vor Portal auf die gleiche Art teleportiert und das unheimliche bio-mechanische Raumschiff-Setting vollkommen auf den Kopf gestellt haben. Damals gefeiert, wann habe ich es mir gekauft? Genau! Vor ein paar Monaten, als ich krank war und was zum Zeitvertreib brauchte. Fragt mich nicht, wieso es vorher nie in meiner Sammlung stand, es hat sich auf jeden Fall auch heute noch gelohnt.
Ein zweiter Teil stand ja schon länger an, damals gab es sogar einen ziemlich coolen Trailer, aber das Spiel wurde gecancelt und die dazugehörige Kopfgeldjagd an den Nagel gehängt. Jetzt kommt allerdings doch ein neues Prey und das ist für mich, wahrscheinlich auch durch meine, in nicht allzu ferner Vergangenheit liegende, Krankheits-Session, eine der fettesten Überraschungen der E3 2016. Die Stimmung passt und anhand der Erfahrungen mit der spielerischen Kreativität des ersten Teils kann ich mir jetzt schon einiges durch das Video vorstellen. Bock hoch 10.


THE ELDER SCROLLS V: SKYRIM (SPECIAL EDITION)
Rollenspiel / Entwickler: Bethesda / Release: 28. Oktober 2016 (Xbox One, PS4, PC)

Die Effekte? Wir sagen Euch, was der Effekt ist: FUS RO DAH!!!!! Eines der großartigsten, immersivsten, unbeschreiblichsten und perfektesten Spiele meiner Zocker-Laufbahn. Superlative mag ich ja eh, aber bei Skyrim haben andere Wortgruppen eigentlich gar keinen Platz mehr. So viel Liebe zum Detail und eine so magische und lebendige Welt gibt es kaum ein zweites Mal. Was Der Herr der Ringe von Jackson damals für den Fantasy-Film geworden ist, ist Skyrim nun für den Rollenspiel-Bereich. An diesem Spiel ist alles rund und ich erwische mich auch heute noch nach hunderten von Stunden dabei, wie ich Lust bekomme wieder in meine Rüstung zu schlüpfen und ein paar Draugrs zu köpfen. Es fallen mir auch in diesem Augenblick so viele Faktoren ein, die ich an diesem Spiel liebe und die diesen Artikel einfach sprengen würden.
Nebenbei ist Skyrim auch das Lieblingsspiel meines Vaters, den ich zu N64-Zeiten zum passionierten Zocker erzogen habe. Zwischendurch sperrt er sich gegen meine Empfehlungen, in Red Dead Redemption und auch Mass Effect ist er irgendwie nie reingekommen, aber in Himmelsrand ist er der Experte und wir haben die Tage tatsächlich noch darüber gesprochen, dass man auch nach so langer Zeit immer neue Elemente in dieser Welt entdeckt.
Die neue Special Edition war dann natürlich auch ein Thema und die aktuelle Konsolengeneration steht nun bei uns beiden auf der Einkaufsliste. Das sieht doch nach einer wunderbaren Optimierung des Grundspiels aus, ohne nervige Veränderungen vorgenommen zu haben. Die Umgebung ordentlich polieren, neue Effekte einbauen und eines der besten Rollenspiele aller Zeiten erstrahlt in neuem Glanz. Dazu ist es die perfekte Gelegenheit das Spiel nachzuholen, wenn man es bisher nicht geschafft hat in Himmelsrand auf Erkundungstour zu gehen. Ich schiele da in Richtung Mirco und auch Carsten, denn der Zockerkönig des Medieneffekts hat dieses Spiel bis heute nicht so richtig gespielt. Ich sollte mir das mit unserer Zusammenarbeit hier vielleicht doch nochmal überlegen.


THE WALKING DEAD STAFFEL 3
Point and Click-Adventure / Entwickler: Telltale Games / Release: Herbst 2016 (Xbox 360, Xbox One, PS Vita, PS3, PS4, PC)

Die Effekte? Wir sagen Euch, was der Effekt ist: Für mich ist The Walking Dead eine der blödesten Serien, die so auf unserem Erdball ausgestrahlt wird. Aus Langeweile angefangen und irgendwann aus purem Medien-Interesse weitergeschaut, nur um zu sehen wie weit man diesen absoluten Schrott treiben kann. Ich hab` mehr als eine Staffel auf diese Art und Weise gesehen, also muss mir niemand mit dem beliebten Argument kommen: Du musst dich drauf einlassen. Boah, ist das ein Mist. Wenn neben der Gute Zeiten, Schlechte Zeiten-Soap wenigstens vernüftige Zombie-Stimmung aufkommen würde, aber die Untoten werden als reines Mittel zum Zweck eingesetzt und tauchen bloß dann auf, wenn sie benötigt werden. Keine Zombies in Sicht…Kamera schwenkt einmal herum…alles voll von den Matschköpfen. Im wahrsten Sinne des Wortes hirnlos.
Dass die Welt an sich allerdings auch funktionieren kann, hat mir Telltales The Walking Dead Staffel 1 gezeigt. Das Point and Click-Adventure, das hauptsächlich auf den Entscheidungen und Dialogen aufgebaut wird, die man selbst wählt, hat mich unglaublich beeindruckt. Das war eine interaktive Serie mit Herz, mit Gefühl, auch mit Soap-Elementen, aber irgendwie so nah dran und so packend, dass ich die Real-Serie danach einfach noch viel schlechter finden muss. Wer beides kennt, kann meiner Ansicht nach The Walkind Dead mit Sherrif Dingens nicht verteidigen. Der Soundtrack lässt mich bis heute nicht los und die Stimmen von Clementine und vor allem Lee hallen noch lange nach.
Staffel 2 war dann eine üble Enttäuschung. Ganz einfach ausgedrückt: Das Spiel wurde zur Serie. Kitschig, dumm und unsympathisch. In der ersten Staffel gab es immer einen Dialog oder eine Entscheidung, die meiner eigenen Person entsprochen hat. In Staffel 2 saß ich mehrmals vor dem Bildschirm und dachte mir: Ne, davon willste jetzt eigentlich nix. Jetzt sollte lieber das und das gemacht werden. Schade.
Jetzt steht Staffel 3 an, der Teaser sagt natürlich noch viel zu wenig aus, aber ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Bis jetzt steht es 50/50 und ich denke ich werde zumindest Folge 1 einmal anspielen und schauen, ob sich doch wieder mehr Anspruch in die Reihe schleichen konnte.


MASS EFFECT ANDROMEDA
Rollenspiel / Entwickler: BioWare / Release: März 2017 (Xbox One, PS4, PC)

Die Effekte? Wir sagen Euch, was der Effekt ist: Dafür, dass ich früher nie Rollenspiele gespielt habe, bin ich durch die 360 schnell zum Fan geworden. In Welten eintauchen, fremde Umgebungen erkunden, Unmengen an Zeugs sammeln. Mass Effect hatte all das und noch einige Galaxien mehr zu bieten. Ich zähle diese Reihe tatsächlich zu den Spielen, die meine persönliche Entwicklung so stark beeinflusst haben, wie es sonst nur Filme und Musik hinbekommen. Apropos Musik. Die ist in Mass Effect auch so ein Fall für Gänsehaut. Durch den Abspann des ersten Teils bin ich auf die großartigen Faunts gestoßen und im dritten Teil hat Maestro Clint Mansell sogar mitkomponiert. Eine Delikatesse für die Gehörgänge.
Die abgeschlossene Trilogie um Commander Shepard hatte allerdings dann doch mit einigen harten Kritiken zu kämpfen, die mit dem Ende der Reihe so nicht einverstanden waren. Dies ging sogar so weit, dass die Entwickler eine Extended Version des letzten Aktes kostenlos hinterhergeschickt haben, um die aufgebrachte Meute zu beruhigen. Ich für meinen Teil kann das nicht nachvollziehen, habe die Extended auch gespielt und all das Zusatzmaterial wäre für mich nicht nötig gewesen. Das war ein logisches und großartig inszeniertes Finale, eines der ambitioniertesten Epen im Videospiel-Kosmos.
Mass Effect Andromeda sieht bis jetzt auch nach der passenden Weiterführung aus: Die Designs sind liebevoll, ein Wiedersehen mit den bekannten Spezies ist schon im Trailer Grund zur Euphorie und die Szene am Ende, in der die Protagonistin aufwacht, haut mich dann komplett um. Instant-Meisterwerk, dafür würde ich mein privates Massenportal verwetten.


GEARS OF WAR 4
Third-Person-Shooter / Entwickler: The Coalition / Release: 11. Oktober 2016 (Xbox One, PC)

Die Effekte? Wir sagen Euch, was der Effekt ist: Meine Meinung zu Gears of War 4 hat sich bis jetzt nicht wirklich geändert, da kann auch das neue Gameplay nichts reißen. Wie ich schon in der letzten Trailershow schrieb, ist mir die gesamte Optik und die Aufmachung irgendwie zu glatt. Das ist nicht dreckig genug, nicht brutal genug und auch wenn die erste Trilogie absolut kitschig (kitschig gut, nicht kitschig schlecht) diese Tough Guy-Attitüde zelebriert hat, so wirkt das Ganze jetzt etwas aufgesetzt. Langsam bekomme ich richtige Zweifel, ob die neue Reihe mit dem ersten Abenteuer rund um Marcus Phoenix mithalten kann. Dessen Auftritt am Ende des Videos wirkt dann auf mich auch sehr konstruiert. Die Fanboys müssen ja ruhig gestellt werden. Mal sehen, was das noch wird.


THE LEGEND OF ZELDA: BREATH OF THE WILD
Action-Adventure / Entwickler: Nintendo / Release: 2017 Wii U, NX)

Die Effekte? Wir sagen Euch, was der Effekt ist: Während ich das hier gerade schreibe, läuft ein Zelda-Soundtrack im Hintergrund. Kein bestimmter. Einfach Shuffle an und los geht`s. Ich liebe diese Spiele und damit meine ich vor allem die “großen” Teile. Ocarina of Time, Majora`s Mask, Windwaker, Twilight Princess und für Skyward Sword hatte ich mir sogar eine gebrauchte Wii besorgt, da ich die Konsole sonst als eher nervig empfinde. So! Meinen Standpunkt klargemacht, damit wären wir dann bei einem anderen dazugehörigen Thema: Nintendo. Was war ich früher für ein Fanboy. Der allererste Gameboy mit Super Mario Land, dann kam der Super Nintendo, den ich bis heute für eine der genialsten Konsolen überhaupt halte, der N64 hat danach meine Medienentwicklung ordentlich mitgeprägt und der Gamecube war einfach die geilste Zack-in-den-Rucksack-stopfen-und-ab-zu-Freunden-Konsole. Jede dieser Plattformen hatte ihren eigenen Stil und die hauseigenen Spiele waren schön individuell und hatten einen ganz speziellen Charme. Dann wollte Nintendo alles revolutionieren und bringt dieses halbgare Fuchtelwerkzeug auf den Markt, das dann später natürlich noch ein Upgrade benötigt. Die Grafik war nicht viel besser als auf dem Gamecube und jetzt hatten die meisten Spiele irgendwie so einen übergreifenden, gleichartigen Nintendoland-Stil, den ich überhaupt nicht leiden kann. Die Marke Nintendo hat für mich einfach mit einem Schlag ihren Charme eingebüßt und das geht auch 2016 nahtlos weiter. Sie bringen neue Sachen heraus, die Leute flippen aus und ich frage mich wieso. Um die Kurve wieder zu bekommen: The Legend of Zelda: Breath of the Wild wird ein fantastisches Spiel, dessen bin ich mir sicher und ich würde am liebsten grad nur über meine Leidenschaft zu dieser Reihe schreiben, aber es nervt mich einfach wie Nintendo sich und auch dieses Spiel präsentiert. Ein neuer Open World Ansatz wird nun verfolgt, den ich wirklich cool finde, aber wieso so tun, als wäre das die Neuerfindung des Analog-Sticks?! Link kann nun springen, kochen, es gibt dynamischen Tag und Nacht-Wechsel, auf den sich die Gegner einstellen. Ich checke es nicht. Ein Blick rüber nach Himmelsrand und schon rostet Link das Schwert. Warum nicht einfach sympathisch bleiben und kleine Brötchen backen?! Nochmal: Ich freue mich riesig auf Breath of the Wild, aber das Spiel, dessen Grafik nett, aber altbacken daherkommt und in Sachen Figuren-Animation wirkt wie vom Vorgänger übernommen, als eine neue Offenbarung darstellen, das ist einfach nur nervig. Ich blende ab jetzt so viel Marketing rund um das neue Zelda aus und freue mich schlicht auf das nächste Zockerjahr. Was ich den Entwicklern allerdings jetzt schon nicht verzeihe: Es gibt keine Herzen mehr! Nie wieder Gräser zerhacken und Vasen zerschmeißen auf der Suche nach den kleinen Lebensspendern. Ein Stich ins…ja genau.

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