NEWS EFFEKT #6 (max)

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Fünf bzw. sechs Jahre ist es nun her, seit sich zwei meiner All-Time-Favourite-Bands eine Auszeit gegönnt haben. Jetzt melden sich Thrice und The Fall of Troy fast gleichzeitig zurück. Ihren Status haben sie bei mir sicher, ob die neuen Sachen etwas taugen, muss sich allerdings erst noch zeigen. Hintendran gibt es als Bonbon die neue EP von Elektro-Kauz Shelf Nunny.

THRICE
Die News: Die selbst auferlegte Pause ist beendet und die Band veröffentlicht den ersten Track ihres “Comeback”-Albums.

Die Effekte? Wir sagen Euch, was der Effekt ist: Auch wenn Thrice ab jetzt nur noch Platten mit Tiergeräuschen aufnehmen würden, ihren Status als eine der wichtigsten Bands meiner Entwicklung werden sie nicht mehr los. Was haben sie damals für einen Eindruck bei mir mit ihrem Debüt Identity Crisis hinterlassen. Jedes Album stand dann im Zeichen einer neuen Weiterentwicklung, deren Höhepunkt für mich das 4-Fach-Konzeptwerk The Alchemy Index darstellt. Eine Platte für jeweils ein Element. Absoluter Wahnsinn! Die beiden Alben danach haben mich dann allerdings einfach nicht mehr so gepackt. Vereinzelte Songs schon, aber auf Albumlänge war mir das zu langweilig und leider, leider, leider klingt Blood on the Sand nach genau der gleichen Richtung. Dass die Jungs Könner sind, ist klar. Sympathisch?! Gar keine Frage! Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir uns, wie das manchmal bei alten Freunden so ist, auseinandergelebt haben. Das ist schade, aber nicht schlimm. Ich feiere die Band trotzdem weiterhin für die Art ihre musikalische Vision durchzusetzen und wenn ich mal die Chance habe sie in der Nähe zu sehen, dann werde ich das auch tun, wie das bei alten Freunden halt so ist.


THE FALL OF TROY
Die News: Sie haben es zwar Auflösung und nicht Pause genannt, aber auch die Frickelmeister sind zurück mitsamt Album und passendem Teaser-Song.

Die Effekte? Wir sagen Euch, was der Effekt ist: Und noch so eine Truppe, die ich damals gefeiert habe wie kaum etwas anderes. Das war meine Chaos-Phase, die von den Blood Brothers initiiert und von The Fall of Troy angeheizt wurde. Vollkommen hyperaktiv, absurdeste Frickel-Attacken, dazwischen immer melodisch und vor allem unberechenbar. Da wurde wüstes Geballer an smoothe Jazz-Parts gereiht, nur um im nächsten Abschnitt ganz nebenbei einen Pop-Refrain à la Timberlake herauszukloppen. Der 2005er Release Doppelgänger ist für mich ihr Meisterwerk, dessen Nachfolger zwar gut waren, aber so genial klangen sie nie wieder und genau wie bei Thrice habe ich auch bei dem Trio nicht das Gefühl, dass sie mit dem neuen Album OK (VÖ: 20. April) bei mir landen werden können. 401k als Vorab-Track überzeugt mich einfach noch gar nicht, vor allem nicht in Hinblick auf den Status eines Comebacks. Das wirkt alles etwas zu uninspiriert und der Spannungsbogen zu typisch. Thrice und The Fall of Troy…eigentlich hätte ich bei beiden den gleichen Text schreiben können. Gute Jungs, die es wert bleiben ausgecheckt zu werden, aber der neue Kram will sich mir nicht mehr so richtig öffnen.


SHELF NUNNY
Die News: Christian Gunning a.k.a. Shelf Nunny veröffentlicht die EP Wishful Thinking auf Hush Hush Records.

Die Effekte? Wir sagen Euch, was der Effekt ist: Alias hat damals mit Collected Remixes den Grundstein gelegt für meinen Elektro-Geschmack. Damit konnte ich endlich mal was anfangen. Kein nerviger Techno oder stranges Trance-Gedudel. Leicht melancholisch, manchmal etwas verspult, ein perfekter Soundtrack für das Alltagsleben. Christian Gunning habe ich dann vor Jahren in meiner Ausbildung entdeckt, da noch eher auf der Rap-Schiene mit dem genialen Video zu Faster Man. Später bin ich dann zufällig über seine elektronischen Sachen gestolpert und er erinnert mich an eine jugendlichere Version von Alias, die sich noch nicht ganz gefunden hat. Etwas wirscher, nicht ganz so geschliffen, aber auch extrem interessant und seine neueste EP Wishful Thinking zeigt deutlich, wie sehr er sich doch weiterentwickelt hat. Elektronische Musik nach meinem Geschmack, die noch weit entfernt ist von Größen wie Alias oder Baths, sich aber auf einem mehr als ordentlichen Weg befindet.


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