THE HEAT im Interview (max)

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Neue Bands entdecken ist an sich schon eine großartige Angelegenheit. Noch interessanter wird es, wenn sich Musiker im engeren sozialen Umfeld auftun. Bei einem post-universitären Bierchen hatte mir mein HiWi-Kollege Felix vor einiger Zeit offenbart, dass er gerne mal die Drumsticks in der Band The Heat schwingt. Neben den ganzen Film-Diskussionen ergab sich so ein völlig neuer Themenbereich und da die Jungs kurz vor ihrer ersten Veröffentlichung stehen, habe ich die Chance genutzt und mich mit Felix, Sänger Philipp, Keyboarder Tilman, Bassist Jonas und Gitarrist Tom zu ein paar Fotos und einem kleinen Interview verabredet:

In den nächsten Wochen wird die Welt das erste Mal etwas von The Heat zu hören bekommen. Stellt eure Band doch einmal vor, damit man sich schon mal einen kleinen Eindruck machen kann.

Jonas: Ja die Band, die gibt es eigentlich schon ziemlich lange, wenn man jetzt nach dem Namen geht. The Heat ist eigentlich ein Projekt, was 2004 entstanden ist, allerdings mit einer anderen Besetzung und einem anderen Musikstil und ursprünglich war es so, dass ich da den Gesangspart übernommen hatte, mangels Alternativen. Das haben wir fünf Jahre gemacht, dann haben wir ein Abschlusskonzert gespielt und dann war auch für drei Jahre erstmal Sense. Dann haben wir uns neu zusammengefunden, haben ein bisschen mit Besetzungen herumprobiert, neue Songs geschrieben und jetzt sind wir halt mit Philipp am Gesang und Tom an der Gitarre soweit komplett und waren jetzt zwei Mal schon im Studio.

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Mit Felix habe ich mich schon des Öfteren über Musik unterhalten, in diesem Zuge natürlich auch über eure Band und in welche Richtung euer Sound gehen wird. Meine ersten Assoziationen waren Bands wie This Town Needs Guns, was sich dann am Ende nicht so ganz bestätigt hat. Wie würdet ihr selbst den typischen The Heat-Sound beschreiben und gibt es bestimmte Einflüsse, die euch besonders inspirieren?

Felix: Also ich würde sagen, dass die Grundlage schon ganz allgemein Rockmusik ist, aber, dass wir uns da schon, wenn man das einordnen müsste, was so Rhythmen angeht oder solche Sachen, irgendwie an 70er Jahre-Kram orientieren. Ich finde Gentle Giant ist da ein ganz guter Vergleich. Tilman ordnet uns unserem Schaffen ja gerne schon Perioden zu (alle lachen) und ich denke, dass man das schon schwierig sagen kann, weil ja doch vom Songwriting und vom Sound letztendlich die einzelnen Stücke unterschiedlich sind.

Tilman: Da wir ja schon recht lange geschraubt und eine längere Geschichte hinter uns haben, habe ich da Schaffungsphasen vermutet. Ich finde, dass wir zwar unterschiedliche Stile haben, in unterschiedlichen Songs aber eine Grundtendenz zu erkennen ist. Wir haben mal versucht das einzuordnen und dem Genre den Namen Fusion-Rock gegeben, was das jetzt aber genau aussagt, kann ich auch nicht sagen (alle lachen). Da ist sehr viel Prog und Jazz, immer auf der Grundlage von Rock-Musik.

Jonas: Ich glaub` was wichtig ist, ist dass wir immer abbiegen, bevor wir uns verzetteln. Wir spielen viel rum mit dem Material, aber wir versuchen schon irgendwie, dass da zündende Momente sind, die wiederkehren und dass wir da mit Erwartung und Überraschung soweit spielen, dass man auch ein einprägsames Moment hat. Wir schaffen es immer ein bisschen Off-Road zu gehen und kommen doch immer zurück zur Sache.

Felix hat grad ja bereits das Songwriting erwähnt. Schreibt ihr die Songs kollektiv oder gibt es da jemanden, der die Zügel in der Hand hält?

Tom: Es ist schon richtig, dass wir sehr viel im Kollektiv machen, da ist es aber, wie bei vielen anderen Bands wohl auch, dass einer Ideen mitbringt, oft ist es schon Jonas der Ideen oder manchmal schon ganze Konzepte mitbringt, wo wir dann aber noch sehr lange und mitunter exzessiv dran schrauben, so dass auch manchmal ein ganz anderer Song am Ende rauskommt.

Drei von euch studieren ja Musik (Anm. Jonas, Tom, Tilman). Gibt es da einen wechselseitigen Einfluss zwischen Studium und Band?

Jonas: Erstmal ist Rock-Musik einfach Rock-Musik, dafür muss man nicht studieren, um zu rocken, nur als kleines Jack Black-Zitat (alle lachen). Woran man es merkt, ist, dass wir das, was wir dann wirklich tun oft hinterher theoretisch hinterfragen. Dass wir uns dann zusammensetzen und fragen, was haben wir da grad eigentlich gemacht, dann entstehen auf einmal Diskussionen, die in einer normalen Rock-Band vielleicht nicht denkbar wären und die vielleicht auch mindestens zwei Band-Mitgliedern manchmal ein bisschen auf den Keks gehen, aber ansonsten besteht zwischen Rock-Musik und dem Studium keine zwingende Verbindung. Nichts ist dem anderen untergeordnet.

Felix (in die Runde): Was man dazu vielleicht noch ergänzen kann ist, dass man schon merkt, wenn man euch beim Arbeiten zusieht, dass sich das natürlich im Songwriting schon auch niederschlägt. Dieses bewusste Vermeiden von bestimmten gängigen Songstrukturen, also dass man nicht jeden Song mit Strophe/Strophe/Refrain/Strophe/Bridge/Refrain oder so baut, sondern, dass man sich bewusst alternative Formen überlegt oder rhythmische Spielereien. Ich denke, dass hat schon auch was damit zu tun, dass ihr Musik studiert. Das ist so ein Zugang, an dem man das merkt. Ich glaube aber auch, dass das sehr produktiv für die Musik ist, die wir machen.

Tilman: Wir wollen für uns anspruchsvolle Musik machen, haben aber auch immer als Kriterium gennant, dass die Musik auch für unerfahrene Zuhörer, die nicht Musik studieren, auch noch gut anhörbar sein soll, also eingängig.

Jonas: Es ist halt Musik und keine Matherechnung.

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Dann wird es mal Zeit, dass die Leute was zu hören bekommen. Wann und auf welche Art und Weise, wird denn nun euer Material veröffentlicht?

Jonas: Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir die Songs erstmal online zur Verfügung stellen, nach und nach und jetzt nicht direkt auf einen Haufen, sondern dass wir erstmal schauen, wie die Sachen auch ankommen. Vielleicht pro Monat einen Song und dann wird sich auch zeigen wie weit der Andrang ist bei den Konzerten, wie weit sich das lohnt, dass man physische Träger produziert.

Philipp: Wir wollen die Songs auch direkt über eine Art Label veröffentlichen, damit die Musik geschützt ist.

Felix: Es ist uns wichtig, dass man sich unsere Musik umsonst im Internet anhören kann, aber das es natürlich auch eine Kaufoption gibt, um eine MP3 in guter Qualität zu bekommen. Wir fahren dann sozusagen zweigleisig, dass man die Sachen auf den bekannten Plattformen online anhören kann und wenn man sie downloaden möchte, das dann über die gängigen Bezahl-Portale macht.

Wunderbar. Dann bedanke ich mich und freue mich darauf, mir die ersten Tracks auf den iPod ziehen zu können. Wer jetzt ebenfalls gespannt ist, der sollte am besten die Facebook-Seite der Jungs im Auge behalten.

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