True Detective-Regisseur Cary Fukunaga über seinen Ausstieg bei ES

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Cary Fukunaga sollte vielen seit True Detective ein Begriff sein. Der Regisseur inszenierte die gesamte erste Staffel der Serie, welche von Kritikern und Fans hoch gelobt wurde. Anfang des Jahres wurde bekannt, welches Projekt der talentierte Mann als nächstes auf die Leinwand bringen sollte: Stephen King’s ES. Der Film würde direkt als Zweiteiler gedreht werden und erste Casting-Entscheidungen wurden ebenfalls bekannt gegeben (Will Poulter sollte den Clown Pennywise spielen). Im Mai diesen Jahres kam dann jedoch die Nachricht, dass Fukunaga aus dem Projekt ausgestiegen sei. Eine konkrete Begründung gab es nicht.

Nun sprach Cary Fukunaga mit Entertainment Weekly über seinen Ausstieg. Wie damals vermutet, lag sein Austritt an künstlerischen Differenzen mit dem Studio New Line. Das Studio wollte schlicht einen anderen Film realisieren als er selbst. Obwohl er satte drei Jahre an dem Drehbuch gearbeitet hatte, blieb ihm keine andere Wahl, als das Projekt zu verlassen. Hier sein genauer Wortlaut:

„It’s never easy. Chase and I had been working on that script for probably three years. There was a lot of our childhood and our experience in it. Ultimately, we and New Line have to agree on the kind of movie we want to make, and we just wanted to make different movies. It’s like a relationship: you can try to make the other person who you want them to be, but it’s impossible really to change. You just have to work.“

Stephen King’s ES wird trotz des Weggangs des Regisseurs verfilmt. Wie genau es mit dem Projekt weitergehen wird, weiß man jedoch noch nicht.

Die Effekte? Wir sagen Euch, was der Effekt ist: Stephen King’s ES ist für mich enorm wichtig. Das Buch gehört zu meinen absolut prägendsten Erfahrungen im Bereich Medien. Die Geschichte um den Club der Verlierer und ihren Kampf gegen das Böse ist tief in meinen Hirnwindungen verankert. Es ist eine dieser ultimativen Erzählungen, bei der man eigentlich keine Story vorgekaut bekommt, sondern das Gefühl hat, sich mit alten Freunden zu treffen und mit ihnen Abenteuer zu erleben. An dieser Faszination hat sich bis heute nichts geändert.

Die erste Verfilmung des Stoffes ist in meinen Augen ganz nett. Heraus sticht bis heute natürlich immer noch der grandiose Tim Curry, welcher dem diabolischen Clown Pennywise ein Gesicht gegeben hat, welches passender kaum sein könnte. Auch die enorme Detailverliebtheit der einzelnen Szenen weiß zu gefallen.

Als Max mir vor einigen Monaten erzählte, dass der Regisseur von True Detective nun eine Neuverfilmung meines geliebten ES realisieren solle, konnte ich mir ein breites Grinsen nicht verkneifen. Direkt haben Max (auch großer Fan des Buches) und ich Szenen aus True Detective herausgepickt und darüber philosophiert, wie gut diese zur Atmosphäre des Buches passen würden.

Der Ausstieg von Fukunaga war dann eine herbe Enttäuschung. Die Begründung lässt schlimmes erahnen. Anscheinend versucht das Studio, die Verfilmung auf ein möglichst breites Publikum anzupassen, was natürlich verständlich ist. Die Änderungen sind aber wohl so heftig, dass der Regisseur nach drei Jahren (!!!) Arbeit am Drehbuch das Handtuch geworfen hat. Dieser Umstand macht es mir wirklich schwer, mich auf die Verfilmung zu freuen.

Spannend ist auch die Aussage von Fukunaga, dass viele eigene Erfahrungen aus seiner Kindheit in dem Drehbuch stecken würden. Genau dieser Umstand hätte die Verfilmung für mich noch interessanter gemacht. Erinnerungen und Erlebnisse aus der Kindheit sind schließlich ein zentraler Bestandteil in Stephen King’s ES. (carsten)

1 Kommentar zu True Detective-Regisseur Cary Fukunaga über seinen Ausstieg bei ES

  • max  sagt:

    Das gibt es doch wirklich nicht. In dieser ganzen Flut aus Reboots hatte der Film einfach mal wieder unglaubliches Potential und Fukanaga schien doch die perfekte Wahl zu sein, allein durch True Detective und den passenden Stil. Dass aber ein Regisseur aus seinem Herzensprojekt aussteigt, wegen Einmischung des Studios, ist schon ne harte Nummer. Ich persönlich bin jetzt komplett raus. Auch wenn er doch ganz gut werden sollte, die Vermarktung wird immer über dem Projekt schweben. Einfach super schade. Das hat schon so Spaß gemacht über das Casting zu diskutieren. Will Poulter ist eine unglaublich interessante Wahl für Pennywise.

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