WEEKEND OF HELL 2015 (carsten)

WOH-11-1000x450

Das Weekend of Hell ist eine Convention rund um die Themen Horror, Grusel, Splatter, Filme und Co. Traditionell läutet die gruselige Messe für uns, Rebecca und meine Wenigkeit, die Winterzeit ein. Jedes Jahr sind wir vor Ort, quatschen mit Gleichgesinnten, schauen uns das Ambiente sowie die Cosplayer an und geben vor allem viel Geld im Händlerbereich aus. Begleitet wurden wir, wie im letzten Jahr, von meiner Mutter, die als Filmfreak am liebsten sämtliche DVDs und Blu-Ray’s aufgekauft hätte.

Zwar hatte die riesige Veranstaltung diesmal einen neuen Namen, ansonsten blieb für Fans aber alles beim Alten. Auf satten 7000m² gab es vom 06.-08. November jede Menge zu entdecken. Die Turbinenhalle in Oberhausen zeigte sich schon von außen sehr stimmig. Das alte, etwas abgenudelte Gebäude wirkte schon von sich aus leicht bedrohlich und innen offenbarte sich ein ähnliches Bild. Viele Räume der großen Halle wurden liebevoll dekoriert, schummriges Licht und aufgehängte Skelette zeigten in fast allen Bereichen, worum es beim Weekend of Hell ging.

WOH 12 WOH 1

Beim Info-Stand im Eingangsbereich bildete sich schnell eine große Schlange. Klar, hier konnte man schließlich die begehrten Karten für die Photoshoots mit den Gaststars erstehen. Die Veranstalter haben nämlich einige Bekanntheiten auf das Weekend of Hell locken können. Bestimmte Gäste, wie Ken Foree (The Devil’s Rejects, Dawn of the Dead), Tobin Bell (Saw) oder Dieter Laser (The Human Centipede) sind hauptsächlich in Genre-Kreisen bekannt, aber dazu reihten sich noch einige größere Hollywood-Schauspieler ein. Michael Madsen (Kill Bill), Brad Dourif (Herr der Ringe) oder William Baldwin (Backdraft) sind auch außerhalb des Horror-Sektors bekannt.

Highlight für mich war hier ganz klar Amanda Bearse. Die Schauspielerin hat zwar auch in einem Horrorfilm (Fright Night) mitgespielt, viele dürften sie aber aus einem ganz anderen Genre kennen. Sie hat in allen 11 Staffeln der Serie Eine schrecklich nette Familie Marcy, die Nachbarin der Bundy’s, gespielt. Eine herrliche Rolle, mit der sie sich auf alle Ewigkeit in mein Herz gespielt hat. Als ich sie hinter ihrem Tisch stehen sah, fielen mir direkt unzählige Szenen aus der genialen Serie ein. Wie herrlich böse sie ihre Männer malträtierte, wie boshaft sie Al ärgerte oder wie sie immer wieder versuchte, die beiden Bundy-Kinder aus dem sicheren Verderben zu retten. In bester Al Bundy-Tradition lag mir nur ein Zitat auf der Zunge: Du bist ein Hühnchen! Ich konnte mich jedoch zurückhalten und freue mich schlicht darüber, eine so sympathische Schauspielerin mal live gesehen zu haben.

Die meiste Zeit verbrachten die Stars in einem eigens für sie eingerichteten, frei zugänglichen Bereich. Hier durften Fans einfach durchschlendern, um einen Blick auf die stets gut gelaunten Gäste zu werfen, mit diesen zu quatschen oder sich Autogramme zu holen.

WOH 8

Frei zugänglich waren auch viele Merchandise-Abschnitte des Weekend of Hell. An unzähligen Ständen konnte man sich mit allem eindecken, was das Nerd-Herz begehrt. Ob Stofftiere, Zeitschriften, Autogrammkarten, Poster, Uhren, Klamotten oder seltene Videospiele, Geld konnte man reichlich ausgeben, um die Sammlung zu erweitern. Eine kleinere Halle, die man erst erreichte, wenn man durch einen Gang mit Spinden durchging, bot noch einige nette Überraschungen. Ein gesamter Stand, der sich nur auf Games spezialisiert hatte, stach mir direkt ins Auge. Mützen mit Donkey Kong, Taschen mit Nintendo-Controllern oder seltene Special-Editions verschiedener Titel buhlten hier um Aufmerksamkeit. Hinter dem Stand wurde noch eine Regalwand mit alten Röhrenfernsehern aufgebaut, auf welchen Klassiker wie Silent Hill 2, Soul Reaver oder Resident Evil liefen. Genial!

WOH 9

Die Fright Guys waren auch wieder auf dem Weekend of Hell vertreten. Das sind fünf Horror-Fans, die professionell Kostüme herstellen und mit diesen auch auftreten. Ein schauriges Set haben sie ebenfalls aufgebaut. Die Toilette dürfte nicht nur mich an den Horrorfilm Saw erinnern.

WOH 3

Nachdem ich mich an Jason Voorhees vorbeigeschlichen hatte, waren zwei der Jungs für ein Foto bereit. Natürlich durfte ich mich auf die siffige Saw-Kloschüssel setzen…

WOH 2

Die Jungs von Figurenwerkstatt Ruland hatten auch einige gruselige Figuren am Start:

WOH 14 WOH 6

Dann fand ich den Weg zu meinem liebsten Abschnitt der Messe und der Nemesis für mein Portemonnaie: Den Händlerbereich für DVDs und Blu-Rays. Jede Menge Verkäufer boten alles an, was man irgendwie als Film bezeichnen konnte. Hier wurde jedoch mehr abgeliefert als bloßes Einkaufen. So gut wie jeder der Verkäufer war selbst Nerd und so kamen immer wieder lustige Gespräche zustande. Mit einem philosophierte ich über den Nutzen von Bootlegs, dann ging es beim nächsten Händler um die verschiedenen Synchronisationen der The Hills Have Eyes-Trilogie von Wes Craven und die extrem seltenen Steelbooks einiger Olaf Ittenbach-Filme. Anschließend sinnierte ich mit einem weiteren Verkäufer über die Verrücktheit eines The Human Centipede 3. So muss das sein. Letztgenannter Film wurde mir übrigens direkt vor der Nase weggeschnappt. Genau ein einziger Händler hatte den kontroversen Streifen in seinem Portfolio. Als ich zu dem Stand kam, um mir ein Exemplar zu kaufen, fand ich die orange schimmernde Blu-Ray-Hülle zunächst nicht. Erst, als ein anderer Messe-Besucher neben mir die letzte Ausgabe hochnahm, sie der Verkäuferin hinhielt und ein „Die nehm ich mit“ verlauten ließ, schrie der innere Konsum-Schweinehund in mir auf. Da war ich doch schon mehrfach dran vorbei gegangen!

Trotz dieses kleinen Missgeschicks konnte ich meine Filmsammlung aber stark vergrößern. Endlich stehen John Carpenters Vampire und die Candyman-Trilogie in meinem Regal. Der Troma-Bereich wird durch Toxic Avenger Part I und II sowie die auf 999 Stück limitierten Father’s Day Special Edition unterstützt und bei Fortress – Die Festung haben meine Mutter und ich gleich doppelt zugeschlagen. Ausleihen ist da nicht, jeder muss sein eigenes Exemplar dieser Action-Granate besitzen. Dazu habe ich mir noch das Mediabook von Turbo Kid und die Special Edition von Death Machine sowie einigen anderen Kram gegönnt.

Am Ende war ich zwar völlig platt, aber die vollen Tüten vor mir zeigen, dass ich ordentlich zugeschlagen habe. Sammlung erfolgreich erweitert!

WOH 7

Ein Cosplay-Contest und kostenlose Filmscreenings (unter anderem Turbo Kid und die Hellraiser-Doku Leviathan!) rundeten den guten Eindruck von Europas größtem Horror-Festival wunderbar ab. Wir sind zwar nicht zu den Screenings gegangen, da wir Turbo Kid ja nun im Heimkino ansehen können und Leviathan auch noch seinen Weg in meine Regale finden wird, aber für alle Interessenten waren sie sicher eine willkommene Bereicherung.

Ein angemessener Preis (ab 20 Euro), nette Dekoration, gut aufgelegte Stars und ein riesiger Händlerbereich ließen am Ende kaum Wünsche offen. Das Weekend of Hell 2015 war ein voller Erfolg.

Die Termine für’s nächste mal stehen übrigens auch schon fest. Vom 04. bis zum 06. November 2016 öffnet das Horror-Festival wieder seine Pforten. Wir freuen uns auf jeden Fall sehr und verbleiben bis dahin mit folgender Forderung: Ein Marshmallow Man für jeden Haushalt! Der puffelige Kerl ist selbst mit bösem Gesichtsausdruck noch ungemein liebenswert. Hätte der Film-Bereich meine Geldbörse nicht ins Nirvana befördert, würde einer der beiden jetzt sicher meine Sammlung beschützen. Naja, vielleicht wird’s 2016 was…

WOH 10

Verfasse einen Kommentar:

*

Folgende HTML tags und Attribute kannst du verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>